Speed Hating – Neuer Date-Trend ist zum Anschreien

Warum immer nur die Schokoladenseite zeigen beim Daten? Beim Speed Hating kann man schon mal testen, ob der potenzielle Partner frusttauglich ist.

Voll Dampf ablassen

Die motzige Alternative zum Speed Dating kommt aus England. Statt sein Gegenüber mit Nettigkeiten zu beeindrucken, wird kein Blatt vor den Mund genommen und hemmungslos drauflos gejammert, beklagt und gebrüllt – je lauter, desto besser. Die Themen sind dabei relativ egal. Es darf um Belanglosigkeiten wie das Wetter oder Verkehrsmeldungen gehen, es wird über den Job, die Kollegen und den Chef geschimpft. Man kann sich auch getrost über den Ex-Partner und Geldsorgen beschweren oder über Politik herziehen. Und nicht zuletzt darf man sich auch gegenseitig die Pest an den Hals wünschen und seinem Dating-Partner die weniger reizenden Dinge an den Kopf werfen, die einem schon beim ersten Anblick aufgefallen sind. Eigentlich ist alles erlaubt – außer Nettigkeiten. Es muss nicht niveauvoll sein, man muss seine Worte nicht mit Bedacht wählen oder viel darüber nachdenken. Man streitet einfach um des Streites willen, entweder nach Vorgabe des Veranstalters oder munter drauflos. Beim Wechseln des Date-Partners wird immer wieder ein neuer Streit vom Zaun gebrochen, so dass man am Ende der Veranstaltung sein Aggressionspotenzial deutlich gemindert haben dürfte.

Das Positive am Speed Hating

Bei dieser Art des Kennenlernens kann man schnell die Grenzen des anderen erkennen. Auch gibt es keine Möglichkeit, sich zu verstellen und sein Gegenüber mit Phrasen zu langweilen. Speed Hating kann durchaus sehr witzig und unterhaltsam sein. Es ist auf jeden Fall befreiend und eine amüsante Abwechslung, die in jedem Fall erfolgreich ist: Entweder geht man mit neuen Kontaktadressen nach Hause, streitet im Anschluss noch ein bisschen weiter oder hat sich zumindest auf eine unterhaltsame Art und Weise von seinem Frust befreien können.